Im Webdesigner-Alltag sind Parallelen zu dem von 'herkömmlichen' Handwerkern sicher kein Zufall, denn on- oder offline setzt man sich mit den Erwartungshaltungen von Kunden auseinander und muss sich über grundlegende Dinge einig werden.
Diverse Handwerker haben uns versetzt im Herbst 2006, als unsere Baustelle in die letzte Phase ging und viel Kleinkram zu machen war, den wir selbst zeitlich nicht hinbekamen. Einer sprach es offen aus: Wenn ein größerer Auftrag kam, zum Beispiel von einer Firma, waren lockere Absprachen hinfällig, denn an uns mit unserer Wohnung verdient man nur vergleichsweise kleines Geld.
Kleine Kunden seien, so sagte uns ein anderer, auch oft viel anstrengender - je kleiner, desto nerviger. Deswegen würde man solche Aufträge nicht gerne annehmen. Interessante Einstellung: Zum Glück für uns gab es auch andere, die dann auch durch Weiterempfehlungen von ihrer anderen Haltung profitieren konnten.
Interessant fand ich die Erfahrung schon, denn so bekam ich die andere Seite vorgeführt und war zum ersten Mal selbst ein kleiner Kunde, statt welche zu haben. Die Handwerker und ich kamen im Gespräch schnell darauf, gewisse Parallelen zu entdecken:
Wer nur wenig bezahlen will, erwartet im Gegenzug meist viel.
Wer in Raten zahlen möchte, möchte trotzdem nicht in Raten bedient werden.
Wer sich gern extrem viel Zeit lässt, wird selbst besonders schnell ungeduldig.
Außerdem einig waren wir uns, dass keine Summe der Welt Gequängel erträglich macht: Was immer man zu sagen hat, entweder man kommuniziert es in einem ganz normalen Tonfall oder es wird unerträglich.